Recap MOBX 2016 in Berlin | DIGITALDESTILLE
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Recap MOBX 2016

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Recap MOBX 2016

  |   Design, Konferenz, Konzeption   |   No comment

Europe´s Premier Mobile UX Summit

Die Keynote Styleguide vs Designsystem von Dorit Mielke (Design Lead Mobile UX at Xing AG) war mein Highlight der MobX 2016, die ich hier kurz zusammenfasse. Auch dieses Jahr gab es durchgehend gute Beiträge, deren Range von Hands On zu sehr visionären Vorträgen gegen Ende des Tages reichten. Allein der Veranstaltungsort im Kino International auf der Karl-Marx-Allee ist eine Attraktion. Ich konnte den 11 Sprechern und insgesamt ca. sechs Stunden Vortragsdauer in bequemen Kinosesseln, Riesenleinwand und Pausen mit Catering sehr angenehm folgen.

MobX 2016 – Keynote: Styleguide vs Design System

Einen Beitrag aus der ersten Hälfte, der mich besonders beschäftigt hat, möchte ich hier herauspicken. So wie viele Beiträge bis zur Halbzeit waren dieser Vortrag eher „Hands on“ mit viel Wissenswertem. Dorit Mielke, die bei der Xing AG als Design Lead Mobile verantwortlich ist, vertrat das Thema „Styleguide vs Design System“. Nach einer Gegenüberstellung mit Vor- und Nachteilen lieferte sie Einblicke in ihre Arbeitsweise bei Xing.

Sie berichtete von der Einführung eines Design Systems bei Xing. Ein Design System geht weit hinaus über das Dokumentieren von Farben, Typografie usw., wie es in Online Styleguides üblich ist. Das Ziel ist es u.a., eine höchstmögliche Designkonsistenz in Apps und Webanwendungen zu erreichen.

Mit der Einführung eines Design Systems ging auch eine strukturelle Veränderung bei Xing einher. In der Vergangenheit musste jede neue Anwendung, die vorerst im Desktop-Format in ihrer zugehörigen Abteilung kreiert wurde, durch das Nadelöhr der einzigen Mobile-Abteilung geschleust werden. Das hat sich geändert, nun entwirft jede Abteilung alle Formate. Laut Dorit Mielke hat sich dadurch das Profil der Designer zum „Fullstack Designer“ gewandelt.

Als Designwerkzeuge wurden Sketch und GitHub eingesetzt. In ihrer Keynote zeigte Dorit Mielke eine Übersicht von mobilen Komponenten in Sketch. Alle Komponenten besitzen einen Klarnamen und eine ID. Die Art der Granularität der Komponenten wurde von Brad Frosts Atomic Design (2) inspiriert. Mit dem Unterschied, dass nicht bei den Atomen eingestiegen wurde, sondern erst bei Molekülen, dem kleinsten Verbund von Atomen.

Zu Beginn war ich von der Vorstellung irritiert, dass ein Heer von Designern bei Xing sich lediglich aus diesem Baukasten von Komponenten bedienen darf und nach Legoart Nutzeroberflächen zusammensteckt.

Wo bleibt da die Kreativität?

Doch Dorit Mielkes Argumente sind nicht von der Hand zu weisen. Ihre Vorgehensweise schafft vor allem auch Zeit für Neues und Kreativität. Standards müssen nicht immer wieder gestaltet werden, denn sie sind klar und bestens dokumentiert. Globale Änderungen gehen schneller und Reibungsverluste bis zur Produktion sind geringer.

Die Vorteile klingen für mich sehr plausibel und berühren viele Punkte meiner eigenen Arbeit bei Cybay New Media in der Kreation. Für Designkonsistenz, Abstimmungen und Produktionsvorlagen scheint Sketch das perfekte Werkzeug zu sein. Da bietet sich eine Evaluation dieses Wunderwerkzeugs natürlich an. Über die Erkenntnisse möchte ich hier im Detail nicht berichten, das wäre Material für einen weiteren Beitrag. Da ich noch keine Erfahrungen mit Sketch hatte und ich es seit einiger Zeit gehypt wird, war ich enttäuscht, dass mir wesentliche Funktionen fehlen, die ich bei Axure sehr schätze.

Es ist nicht möglich Pageflows herzustellen. Man kann keine einzelnen Seitentypen miteinander verlinken, keine Menüs animieren und Interaktive Zustände darstellen. Das geht schon, aber nur mit weiterer Software, z.B. Proto.io (3), die auch auf der MobX2016 vorgestellt wurde. Um einen interaktiven Klickdummy herzustellen, mit dem die Usability überprüfen und ein Nutzererlebnis bereits vor der aufwendigen Produktion erfahrbar machen kann, ist Sketch solo nicht geeignet. Auf mich hat Sketch den Eindruck eines Layoutprogramms und nicht eines Prototyping Tools gemacht. Ich finde es erstrebenswert, die Werkzeugfülle gering zu halten und ein konsolidierendes Werkzeug für Design Sprints, User Testing und Designdokumentation ist attraktiver. Der Hype erklärt sich vielleicht auch ein wenig dadurch, dass es eine günstige Alternative zu Adobeprodukten darstellt … wobei sich beim früheren Platzhirsch auch einiges tut, z.B.: Adobe Muse, …

Erheiternd war der Übergang von Dorit Mielkes Beitrag zu Wolf Brünings Beitrag. Er ist Principal UX Designer bei OTTO. Um DesignThinking- Methoden bei OTTO einzuführen, stellte er die Kursteilnehmer vor die Aufgabe eine Datingplatform mit Namen „Xingles“ zu konzipieren.

(1) http://2016.mobxcon.com
(2) http://bradfrost.com/blog/post/atomic-web-design/
(3) https://proto.io

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