Cybay auf der Zukunft Personal #zp17 - Recap Trends und Themen
Auch dieses Jahr traf sich die Personaler-Gemeinde wieder auf Europas größter HR-Messe, um sich über neueste Themen und Trends der Szene zu informieren.
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Recap der Zukunft Personal in Köln #zp17

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Interaktive Formate auf der Zukunft Personal

Auch dieses Jahr traf sich die Personaler-Gemeinde wieder auf Europas größter Human-Ressource-Messe, um sich über neueste Themen und Trends der Szene zu informieren. Auf vier Hallen verteilten sich insgesamt 750 Aussteller. Zudem gab es ein prallgefülltes Vortragsprogramm mit rund 450 Keynotes, Workshops, Seminaren, Diskussionen und anderen interaktiven Formaten.

Zum dritten mal dabei, habe ich mich in diesem Jahr auf die Themenbereiche Digitalisierung / Big Data, Onlinemarketing, Start Ups und Recruiting konzentriert. Im Folgenden möchte ich meine Highlights kurz vorstellen:

Digitalisierung & BigData auch ein HR-Thema

Wie bereits in den letzten zwei Jahren, tauchten die Buzzwords Digitalisierung und Big Data auch in diesem Jahr immer wieder in den Vorträgen und Diskussionen auf. Gewandelt hat sich in der Diskussion nach meinem Eindruck der Umgang mit diesem Thema. Die Opferrolle der Personaler scheint abgelegt und der Umgang selbstbewusster zu sein. Noch im letzten Jahr haben beispielsweise ein paar Insider im Rahmen einer Podiumsdiskussion skizziert, wie der Recruitingprozess theoretisch von Computern, Gesichtserkennungssoftware, Chatbots etc. automatisiert werden könnte. Das Ganze immer verbunden mit der Fragestellung, ob Recruiter dann abgeschafft oder Personaler überhaupt noch gebraucht werden.

In diesem Jahr wurde das Ganze in den Sessions die ich besucht habe, etwas differenzierter betrachtet. Klar können Computer und Softwaresysteme bestimmte Aufgaben übernehmen und so eine Hilfestellung bieten, um etwa große Mengen von Bewerbungen zu verarbeiten. Wenn es jedoch um Faktoren wie Intuition, Empathie oder das Finden von kreativen Lösungen geht, müssen diese Technologien noch passen. So würden beispielsweise die Berücksichtigung von Quereinsteigern, Studienabbrechern oder Branchenfremden, auf die in manchen Bereichen aufgrund des Fachkräftemangels zurückgegriffen werden muss, bei der Standardauswahl durch künstliche Intelligenz (KI) nicht stattfinden.

Besonders beeindruckt hat die Session von IBM, in der unter anderem das Angebot Watson Career Coach vorgestellt wurde. Im Rahmen dieses Tools wird das Programm Watson dazu benutzt, Karrierewege und Lebenswegparameter von IBM-Mitarbeitern weltweit zu analysieren, um daraus für Mitarbeiter Möglichkeiten der persönlichen und beruflichen Weiterentwicklung aufzuzeigen. Grob nach dem Prinzip: Wenn Du den Weg von Mitarbeiter X gehen willst, musst Du Deine Skills in den Bereichen A,B, und C noch weiterentwickeln. Oder, das haben vergleichbare Mitarbeiter in der Vergangenheit in drei Jahren geschafft und dann XY Euro im Jahr verdient. Ziel dieses Tools ist es, Mitarbeitern die Möglichkeit zu bieten, ihre Karriere- und Entwicklungsplanung selbständig innerhalb des IBM-Konzerns voranzutreiben. Auch die passenden Lerninhalte werden von Watson vorgeschlagen und der Lernfortschritt kontrolliert.

Was Recruiter von Onlinemarketing lernen können

Vortrag von Jan Kirchner (Wollmilchsau)

Unter dem Titel „Reichweite ist kein Zufall“ erläuterte Jan Kirchner, Recruitingblogger und Geschäftsführer von Wollmilchsau aus Hamburg, in gewohnt lebendiger Weise, wie grundlegende Strategien des Onlinemarketings auch im Bereich Personalgewinnung angewandt werden sollten. Nur wenn man weiß, wieviel Reichweite eine Stellenausschreibung hat und wieviele Bewerbungen, Interviews und Einstellungen sich in der Folge daraus ergeben, ist man in der Lage sein Budget gezielt für die Reichweitengenerierung für Stellenausschreibungen einzusetzen. Wenn man sich noch darüber Klarheit verschafft, welche Zielgruppe (Bewerberpersona) man ansprechen will und über welche Kanäle, Netzwerke und Ansprache man diese am besten erreicht, dann hat man schon einen guten Schritt in Richtung einer effizienten und effektiven Onlinerecruiting-Strategie gemacht. Kirchner empfiehlt hier eine enge Zusammenarbeit von HR und Marketing.

StartUps – Smarte Lösungen für Personaler

Gefühlt hat sich die StartUp-Area auf der Zukunft Personal in den letzten Jahren annähernd verdoppelt. An vielen kleinen Ständen präsentieren sich junge Unternehmen mit smarten und gut durchdachten Ideen, die Antworten und Lösungen für unterschiedlichste Personalthemen bieten. Hier eine Auswahl:

Stehaufmännchen bietet Officelösungen, die den Mitarbeitern im Büro und bei der Arbeit am Computer zum stehen und bewegen animieren. Nach dem Motto „Sitzen ist das neue Rauchen“ Wir tun es, obwohl es ungesund ist, geht es um wechselnde Körperhaltungen und Bewegung am Arbeitsplatz, statt stundenlang in der gleichen Haltung an seinem Schreibtisch zu sitzen.

bettercoach.de ist ein Dienstleister, der über seine Plattform die Möglichkeit bietet, passende Coaches und Trainer für das eigene Unternehmen zu finden. Anhand von Fragen wird zunächst der Einsatzbereich analysiert. Im nächsten Schritt werden Coaches und Trainer aus dem bestehenden Pool kontaktiert. Diese können sich dann auf die Anfrage bewerben. Der Fokus bei der Auswahl der Trainer liegt hier auf der Qualität. Alle Trainer des Netzwerkes müssen eine anspruchsvolle Qualitätskontrolle durchlaufen bevor sie zugelassen werden.

Feedback Now ist ein Anbieter, der sich auf Feedbackprozesse spezialisiert hat. Im Sinnes eines 360-Grad-Feedbacks geht es sowohl um Mitarbeiter- als auch um Kundenfeedback. Das Besondere ist ein entwickelter Buzzer, der beim Kunden, am Point of Sail oder auch im Büro aufgestellt wird. Durch drücken eines Buttons können der Kunde oder Mitarbeiter seine Zufriedenheit- oder Unzufriedenheit zum Ausdruck bringen. Das ganze wird in Echtzeit analysiert und ausgewertet. So können Retailer beispielsweise Reaktionen auf Preisveränderungen oder Warenpräsentationen messen oder Arbeitgeber Ereignisse im Unternehmen und deren Auswirkung auf die Mitarbeiterzufriedenheit.

Besuch bei Tatjana Müller von Truffls

Das Unternehmen Truffls hat eine Art Job-Tinder entwickelt. Unternehmen können dort Stellenausschreibungen platzieren, die sich Jobsuchende über die Truffls-App ansehen. Wie bei Tinder können die Jobsuchenden dann durch swipen nach Links oder Rechts ihr Interesse oder ihre Ablehnung bekunden. Bei Interesse wird das Unternehmen benachrichtigt und bekommt Einsicht in das Bewerberprofil. Wenn dies gefällt, kann das Unternehmen mit dem Bewerber Kontakt aufnehmen und die weitere Vorgehensweise abstimmen. So entsteht ein smarter und unkomplizierter Bewerbungsprozess für beide Seiten.

(Direct) Recruiting heute

In einigen Berufsbereichen kommt das Recruiting von Fachkräften immer mehr der Suche nach der Nadel im Heuhaufen gleich. Das alleinige schalten von Stellenanzeigen auf Online-Jobbörsen ist nach übereinstimmender Meinung schon lange nicht mehr ausreichend, da die Anzahl der aktiv Suchenden in einigen Bereichen sehr gering ist. Direct Recruiting ist daher ein Thema das auch in Unternehmen immer mehr Einzug hält. Kaum ein Recruiter der nicht selbst auch die Direktansprache von Talenten nutzt. LinkedIn Recruiter, Xing Talentmanager, CV Datenbanken der Jobbörsen, Talentwunder oder Experteer sind einige der am häufigsten genannten Tools. Aber auch Google als Suchmaschine kann bei der Suche nach Fachkräften genutzt werden, wie Barbara Braehmer in ihrem Vortrag „Active Sourcing Hacks und Tools für Praktiker“ beschrieb.

Jannis Tsalikis, HR Director bei Vice Media in Berlin sprach in seinen „Do’s and Don’ts des Recruitings im Jahr 2017“ von den „Wasserstellen der Experten“ die man aufsuchen muss, um mit ihnen in Kontakt zu kommen. Hier ist eine intelligente, überlegte und individuelle Vorgehensweise das Mittel der Wahl, um die zum Teil schon sehr abgenervten Bewerber vielleicht doch noch zu erreichen. Und das kostet Zeit und Geld.

Wenn Du mehr über die Themen Online- und Direct-Recruiting („Welche Strategie ist für mein Unternehmen die Richtige?“) erfahren willst, nimm Kontakt zu uns auf. Mail: witzke@cybay.de oder Tel.: 0511/924 940 46

Der Autor

Michael Witzke und das Monster Monster

Michael Witzke, 46 Jahre, ist Personalmanager bei der Cybay New Media GmbH und seit über 15 Jahren im Recruiting tätig. Er ist sowohl Berater als auch Praktiker im Bereich Strategisches (Online) Recruiting von Fach- und Führungskräften.

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