Recap: Das war die dmexco 2016 - DIGITALDESTILLE
Zwei Tage auf dem führenden Online Marketing Event in Köln, zusammengefasst von Katarina, Patrick, Juri und Alex, die 2016 für Cybay New Media vor Ort waren. Unser Fazit: Klassenraumatmosphäre, mehr direkter Kontakt und tiefere Insights.
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Recap: Das war die dmexco 2016

Recap: Das war die dmexco 2016

  |   Konferenz, Online Marketing, Social Media   |   No comment

cybay-dmexco-2016-team-225x300Am 14. Und 15. September 2016 war es endlich wieder soweit: Die dmexco 2016, die größte Digital-Marketing Messe Europas, fand in Köln statt. Das Motto der diesjährigen Messe war „Digital is everything – not every thing is digital“. Bereits im Vorfeld der Messe wurde vor erhöhten Sicherheitsmaßnahmen gewarnt, so dass in diesem Jahr der Inhalt unserer Taschen kontrolliert wurde – wenn auch gefühlt eher sporadisch. Erschwerte Bedingungen musste wir zudem durch sehr heiße Messetage mit Temperaturen von über 30 Grad hinnehmen.

In diesem Jahr waren wir, Katarina, Patrick, Juri und Alexander mit dabei. Während der zwei Tage durften wir nicht nur spannende Kontakte knüpfen und vielseitige Eindrücke sammeln, sondern uns auch über die neuesten Entwicklungen im digitalen Marketing informieren.

Zweifelsfrei ist die dmexco eine Veranstaltung der Superlative. Auch 2016 wurden mehr Messehallen genutzt als noch im Vorjahr. Mit ca. 50.000 Besuchern und ca. 1.000 Ausstellern wurden wieder neue Höchstmarken erreicht. Hinzu kam ein nur noch schwer zu überblickendes Angebot von Fachvorträgen, Diskussionsforen und Workshops, in denen die unterschiedlichsten Themen aus dem weiten Feld des digitalen Marketings behandelt wurden.

Die neueste Trends der digitalen Szene sind daher nur schwer heraus zu kristallisieren. Credo unseres Recaps ist daher: vier Köpfe, vier Meinungen.

Top Trends der dmexco 2016

Eröffnung der dmexco 2016 durch Frank Schneider un den dmexco-Macher Christian Muche am 14.09.2016

Live Streaming als neuer Kommunikationskanal: Katarinas Trends

Eine angenehme Abwechslung zu den wuseligen Ausstellungshallen und den viel frequentierten Seminarräumen sind für gewöhnlich die WorkLabs: Klassenraumatmosphäre, mehr direkter Kontakt und tiefere Insights als bei den meisten Panel-Diskussionen. Auf der Suche nach dem goldenen Buzzword, schien es angebracht auch hier mal vorbei zu schauen. Denn, hallo, dmexco!? Snapchat, Facebook Live, Instagram Stories (das laut TechCrunch „Snapchatty feature“ von Instagram) etc. – nicht nur den Social Media Verantwortlichen sollte die Tragweite dieser unmittelbaren Kommunikation für Marke und Konsument bewusst sein.

Zeit, sich näher mit den entstehenden Risiken und Möglichkeiten des, im Titel eines Vortrages der Münchner Agentur eviom unter „Live Marketing“ zusammengefassten, Trends zu beschäftigen. Bis jedoch wirklich ins Thema eingestiegen werden konnte, investierte Olena Sikorska von eviom viel Zeit mit der detaillierten Vorstellung der einzelnen Netzwerke und ihrer Live Streaming Möglichkeiten. Viel spannender sollte jedoch die Frage sein, wofür, für wen und unter welchen Voraussetzungen Live Streaming eingesetzt werden kann.

Klar ist, noch wird Live Streaming insbesondere für Awareness und Branding-Kampagnen eingesetzt. Beispiele wie das Maggi Kochstudio auf YouTube Live oder die Behind-the-scenes-Kampagne von Spotify auf Periscope geben erste Inspiration. Vorstellbar sind für uns aber auch After Sales Services oder FAQs zu erklärungsbedürftigen Produkten und Dienstleistungen. Auf welchem Kanal man seine Idee dann umsetzt, hängt vor allem von der Zielgruppe ab, die man erreichen möchte. Sind mit den Instagram und Snapchat Stories (was genau Snapchat und die Stories sind, hat Fabian hier erklärt) eher jüngere Zielgruppen zu erreichen, eröffnen Periscope, Facebook Live und YouTubes Live Streaming Funktion Zugang zu einem breiterem Publikum. Die Voraussetzungen um als Unternehmen mit Live Streaming zu starten sind dann auch relativ gering: eine Portion Mut, etwas Planung, eine gute Smartphone-Kamera, funktionierendes WLAN und die Einhaltung der rechtlichen Rahmenbedingungen.

Live Streaming ist eine recht kostengünstige Content-Maschine, denn auf einigen Netzwerken können die produzierten Videos auch dauerhaft abgerufen werden – Material und Budget-Einsatz für die Erstellung ist relativ gering. Es ist die Idee, die stimmen muss, nicht die Ausrüstung.

Hype vs. Hands On – Patricks Trends

Abgesehen von Live Streaming gab es natürlich noch eine Reihe weiterer Fragen, die im Conference-Angebot der dmexco immer wieder aufgegriffen wurden. So war in diesem Jahr neben altbekannten Themen wie Marketing Cloud, Mobile First oder Content Marketing verstärkt von Virtual Reality die Rede oder von Gamification, also die Anwendung spieltypischer Elemente in an und für sich spielfremden Zusammenhängen.

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Virtual Reality am Stand von Google

Wie aber können spielerische Element oder VR-Brillen konkret für Marketing-Zwecke nutzbar zu machen? Hier drangen die Vorträge und Diskussionsrunden selten über die allgemeine Feststellung hinaus, dass Marketer die potentiellen Chancen, die fortschreitende technische Entwicklung im Bereich der Virtual Reality bieten, nutzen und entsprechende Strategien entwerfen sollten.

Vorträge mit einem Hands-On-Charakter wurden den Messebesuchern dann auch stärker zu solchen Themen geboten, die die Szene schon länger beschäftigen. Beispielsweise sei hier ein sehr stark besuchtes Seminar von Björn Singer und Phil Hoftrichter (iq digital media marketing) genannt, in dem anhand konkreter Fallbeispiele die qualitative Bewertung und Vergleichbarkeit von Content auf der Basis von User-Befragungen dargestellt wurde. Sicherlich, das Thema Content Marketing wird inzwischen schon mehrere Jahre verhandelt, der nach wie vor große Andrang bei entsprechenden Veranstaltungen zeigt jedoch, dass die Entwicklung entsprechender neuer Strategien und ihre Verankerung in Unternehmen Zeit brauchen.

Digitale Transformation – Juris Trends

Es darf insofern auch nicht überraschen, dass auf der dmexco 2016 immer wieder der Begriff der digitalen Transformation bemüht wurde, die Frage also diskutiert wurde, wie Unternehmen sich optimal auf die Herausforderungen des digitalen Wandels einstellen und vermarkten können. Hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang vor allem ein Vortrag von Dietmar Dahmen (Chief Innovation Officer bei exc.io), der am Morgen des ersten Messetages einen idealen inhaltlichen Einstieg in die dmexco 2016 bot.

In seinem Vortrag „Von digitalen Pionieren lernen“ rügte Dahmen in gewohnt flippiger Manier die Trägheit großer und/oder traditionsreicher Unternehmen insbesondere in Deutschland. Trägheit – damit ist die fehlende Bereitschaft gemeint, auf Marktströmungen entsprechend schnell zu reagieren. Als Beispiel führte er unter anderem an, dass deutsche Fernsehsender rund anderthalb Jahre Zeit hatten, um sich auf die Einführung von Netflix in Deutschland vorzubereiten. Die Stärke des neuen Konkurrenten war an den Entwicklungen in den USA klar zu erkennen, dennoch wurden keine Maßnahmen getroffen, um dem Markteintritt des Streaming-Dienstes zu begegnen.

Michael Malsch berichtete in der sich anschließenden Podiumsdiskussion vom konkreten Fallbeispiel der GASAG, einem Berliner Gasanbieter. Das Traditionsunternehmen denke nicht kundenorientiert, ein Umdenken sei nur schwer herbeizuführen. Althergebrachte Prozesse und gewachsene Strukturen verhinderten die Anpassung des Unternehmens an moderne Geschäftspraktiken. Dahmen riet Malsch davon ab, ein Unternehmen umerziehen zu wollen. Dies sei arbeitsintensiv und nicht erfolgversprechend.

Disruption setzt im kleinen Markt an“, so Dahmen. Große Unternehmen sollten neben ihrem klassischen ersten Standbein in ein Zweites investieren, dass klein, flexibel und schnell genug ist, um auf diese Weise mit dem Markt mithalten zu können, ohne die Lähmungserscheinungen lange gewachsener Hierarchien und bürokratischer Prozesse. So kann der althergebrachte Unternehmensteil erhalten bleiben und weiterhin tun, worin er gut ist, während ein weitgehend unabhängiges Nebenunternehmen neue Wege erkundet.

Alles in allem verlangt erfolgreiches digitales Marketing also ein immer höheres Maß an Innovation und Flexibilität, das aber nur erreicht werden kann, wenn etablierte Workflows auch entsprechend optimiert werden.

Premium Content wird wichtiger – Alex‘ Trends

Bevor am zweiten Messetag die Messehallen ihre Tore schlossen, gab der BVDW einen abschließenden Ausblick auf den Werbemarkt. Das datenbasierte Ausspielen von Werbung  (Buzzword: Programmatic Advertising) wird weiter stark zunehmen. Die größten Herausforderungen stellen dabei Technologien dar, die immer komplexer und damit auch schwerer greifbar werden. Außerdem gilt es, Daten – Cross Media & Cross Device – und Human Ressources miteinander in Einklang zu bringen. Wachstumstreiber wird auch in Zukunft Mobile (nur Video) gefolgt von Mobile DISPLAY (ohne Video) und Online Display (nur Video) sein. Bis zu 50% der Online Display Budgets werden programmatisch eingekauft und mehr als 73% der Nutzer werden zunehmend weniger Akzeptanz für nicht relevante Werbung haben.

In Bezug auf das Thema Datenschutz weist der BVDW daraufhin, dass knapp 17% der Nutzer noch sensibler mit ihren Daten umgehen werden. Die Werbung gehe immer mehr aus den PCs heraus und wechsele auf die mobilen Endgeräte. Das lineare TV wird in 10 Jahren überholt sein, so 67% der befragten Nutzer. Unsere Prognose: Vielleicht reicht auch schon die Hälfte der Zeit.

Unser kurzes eindeutiges Fazit, der wieder einmal größten dmexco aus dem Jahr 2016

Statt eines Themas, das die ganze Messe prägt, hat die dmexco in diesem Jahr den Blick auf viele bekannte „alte“ Themen wie Programmatic, Bewegtbild oder Mobile intensiviert. Für uns war diese Vielfalt aber sehr angenehm, schließlich konnte so jeder der vier Besucher seine ganz eigenen Schwerpunkte setzen.

Köln hat uns dieses Jahr mit viel Sonne und jeder Menge interessanter Talks, Meetings und Seminaren empfangen. Daher, ganz wichtig – Denkt schon jetzt daran eure Hotelzimmer für die dmexco 2017 am 13. und 14. September 2017 zu reservieren.

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