Online Marketing Rockstars 2017 Recap oder: Nicht reden sondern einfach machen! - DIGITALDESTILLE
Zwei Tage Online Marketing Hochdruck-Betankung in Hamburg, zusammengefasst von Katarina und Alex, die 2017 für Cybay New Media vor Ort waren. Fazit:
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Recap Online Marketing Rockstars 2017

Online Marketing Rockstars 2017 Recap oder: Nicht reden sondern einfach machen!

  |   Konferenz, Online Marketing   |   No comment

Am 2. und 3. März 2017 waren Katarina und Alex mit mehr als 25.000 weiteren Teilnehmern auf den Online Marketing Rockstars in den Hamburger Messehallen. Zwei Tage Online Marketing Expo und am 3. März dann die ersehnte Konferenz mit internationalen TOP-Speakern wie Casey Neistat, Gary Vaynerchuk und Bruce Dickinson.

Im Gegensatz zum vergangenen Jahr wurden den Konferenz-Teilnehmern in diesem Jahr deutlich mehr Masterclasses bereitgestellt, für die man sich erneut im Vorfeld anmelden musste. Die Anmeldung gestaltete sich jedoch alles andere als einfach, denn viel zu oft gab es Absagen für die Masterclasses – ein Thema, das viele Besucher auch während der Messe beschäftigte. Ebenfalls neu in diesem Jahr war die Ausweitung von sogenannten SideEvents, die von ansässigen Agenturen und Unternehmen vor, während und nach den beiden Tagen veranstaltet wurden. Für uns ein weiterer Indikator, dass die Online Marketing Rockstars inzwischen zu einer der TOP 3-Veranstaltung im deutschsprachigen Raum geworden sind.

SideEvent: Virtual Realitity kann erst dann groß werden, wenn es sozial wird

Zum Start in den Donnerstag waren wir bei Google Deutschland, die gemeinsam mit der Medicom ein SideEvent zum Thema „Virtual Reality ist das nächste Mobile“ einem ausgewählten Kreis zur Verfügung stellten. Dabei spricht Google von einem Rückgang des VR Hypes, obwohl der Einstieg in die VR inzwischen zum Beispiel über Google Produkte (Daydream) mit einem Einstiegspreis von 69 Euro sehr gering ist. Im Gegensatz zu diesem Trend versucht Google derzeit, klassische Internet-Auftritte VR tauglich zu machen und das nächste „Mobil“ zu erschaffen.

Neben Zahlen und Fakten stellte Mediacom spannende Praxisbeispiele von Audi und der Telekom vor. Schon jetzt verfolgen mehr User die Bewegtbild-Inhalte via VR-Stream als im herkömmlichen Livestream. Im Projekt von Audi wird eine Rennstrecke aus einem Sandkasten mit einem Laser vermessen, so dass die Strecke von den Usern live in VR abgefahren werden. Und so entwickelt sich gerade ein Trend, dass viele große Digitalagenturen neue VR/AR-Units gründen – so auch FischerAppelt.

Content: Marketing macht Kommunikation und keine Werbung

Nach einem kurzen Transfer waren wir dann im Laufe des Vormittags auf den Online Marketing Rockstars und lauschten dem Diskussionspanel zum Thema Content auf der Expo Stage, da uns die Stimme von Sascha Pallenberg dann doch begeisterte. Er ist seit Ende 2016 als Head of Digital Content bei Daimler angesiedelt. „Man muss überlegen welche Botschaft ich mit welchem Ziel kommunizieren will“, so Pallenberg, der in Bosch einen Konzern gefunden hat, der in der Kommunikation die Szenarien der Zukunft beschreibt. Die Produkte laufen dabei eher erst auf der dritten und vierten Ebene. „Wir müssen davon wegkommen, dass wir andauernd Sender sind.“ rät er Unternehmen beim Umgang mit Kunden.

Masterclass: Jetzt ist die Zeit Marken im Retail hoch zu bringen

In einer unserer Masterclasses luden STRÖER und Foodist zum Thema „Vom Curator zum Hersteller“. Klang vielversprechend, kristallisierte sich aber als sehr vertrieblich ausgerichteter Impulsvortrag. Der Finefood Markt erlebt gerade eine Renaissance und trotzdem hat es Foodist geschafft ein solides Abomodell aufzusetzen, bei dem im Schnitt die Abonnenten bis zu neun Monate treu sind. Abonnenten sind ab dem vierten Monat profitabel und die Retourenquote liegt unter 1%. Als nächsten logischen Schritt geht Foodist mit einer eigenen Marke „Mission more“ in die meisten Verkaufspunkte bei Rewe und Edeka.

An diesem Beispiel wird erneut der Trend im Markt widergespiegelt, dass sich namhafte Werbeplattformen wie STRÖER durch aufstrebende Start-Ups neue Nischen im Prozess der Digitalisierung suchen. Auf der anderen Seite ist es für Foodist eine sehr gute Möglichkeit noch weiter in den Markt zu drängen und weitere der begehrten Plätze in den Regalen zu bekommen, um nun im nächsten Schritt die eigenen Produkte bekannt zu machen.

Tag 2: Nicht reden – einfach machen!

Unser Hotel haben wir am Freitag bereits schon um 07:15 Uhr verlassen und haben uns auf den Weg zur Konferenz gemacht. Und ja, wir waren unter den ersten Besuchern. Statt handgeschlagenem Espresso gab es diesmal Kaffee aus der Pumpkanne, der aber dank der Hamburger Röstung erstaunlich gut schmeckte.

Im Performance Marketing ist Deutschland Champions League

Erstmals in der Geschichte der Online Marketing Rockstars hat Initiator Philipp Westermeyer einen eigenen Vortrag „The State of the German Internet“ gehalten, den ihr euch bei Youtube und Slideshare anschauen könnt, gehalten. In einer visuell starken Präsentation analyisierte Westermeyer den Status Quo der Deutschen Digital Branche und stellte diese im Verhältnis der mächtigen GAFA bestehend aus Google, Amazon, Facebook und Apple. Und somit wurde der den German Internet Index (GIX), bestehend aus deutschen börsennotierten Internet-Firmen, die über eine Milliarde Euro wert sind, ins Leben gerufen. Aber auch in Deutschland gibt es mit Sennheiser und Vorwerk Hidden Champions, die bereits heute auf intuitiv gutes weil maßgeschneidertes Marketing machen, so Westermeyer.

Die Stärken der deutschen Hidden Champions in der Vermarktung ihrer Produkte ins Digitale zu transformieren soll dann auch die Nischen Influencer, Content Recommendation, Podcasts, Eröffnung von lokalen Stores und Amazon Marketing sind aus Sicht des Machers die fünf Marketing Thesen, in denen sich Unternehmen von Ihren Marktbegleitern absetzen können.

Big Data: From Mad Men to Math Men

Besonders voll war die Konferenzhalle während des Vortrags von Cambridge Analytica CEO Alexander Nix, der als einer der Macher der vergangenen Präsidentenwahl in den USA gehandelt wird. Als wichtiges Mitglied des Kampagnenteams von Donald Trump sorgte Cambridge Analytica mit seinen Analysen und Datenschätzen dafür, dass Botschaften von Trump extrem detailliert und individuell ausgespielt werden konnten. Grundlage dieses Microtargetings sind die Likes, die User täglich dutzendfach auf Facebook setzen – Obama hatte während seiner erfolgreichen Wahlkampagne 2012 bereits mit der Analyse von Freundschaften großen Erfolg. Die Trump-Kampagne hat dieses Vorgehen noch einmal verfeinert – und nicht wenige sehen in der Arbeit von Cambridge Analytica einen wahlentscheidenen Beitrag. Für uns als Marketer lassen sich aus der Arbeit von Cambridge Analytics ungeachtet der moralischen Bewertung wichtige – wenn auch nicht gänzlich neue Schlüsse ziehen. Microtargeting wirkt. Je individueller die Botschaf, desto besser.

Insgesamt ein spannender Vortrag, der leider an vielen Stellen zu theoretisch (Stichwort: Math Men) war und Insights – zum Beispiel wie die Daten ausgwertet und zu Zielgruppen zusammengefasst wurden –  einging.

Casey Neistat: Zurück zur Planlosigkeit

Ein gehörige Portion mehr Mad Men brachte im Anschluss Casey Neistat auf die Bühne. Kreativität, Chaos und ein eigener Kopf gewinnen gegenüber der „kalten“ Analyse von Daten und der Berechnung von Verhalten noch immer – das war die Kernaussage des You-Tube-Stars, Produzenten und Entrepreneurs. Und so ähnelte sein Auftritt auch eher einer unstrukturierten Erzählung über seine (bereits etwas zurückliegenden) Abenteuer als einer klassischen Keynote.

Neistat hatte 2012 das ihm anvertraute Werbebudget von Nike komplett für eine 10-tägige Weltreise investiert – offenbar ohne einen Plan zu haben, was letztlich aus Material und Budget werden sollte. Herausgekommen ist am Ende ein Film, der das gewollte Image und den Spirit des Produkts wohl besser wiederspiegelt als jedes geskriptete Format. Herausgekommen ist auch ein Clip der mit bis heute ca. 17 Millionen Views auf YouTube eine enorme Reichweite erlangt hat.

Google AMP und PWA: Heimspiel für Google

Auch Google fehlte nicht vor Ort und entsandte mit Malte Ubl einen gebürtigen Hamburger in seine alte Heimatstadt – doch der neuen Internationalität der OMR geschuldet, konnte man nicht heraushören, ob im Silicon Valley noch etwas vom Hamburger Akzent übrig geblieben ist. Erfahren konnte man dagegen, dass die Accelerated Mobile Pages, kurz AMP im Garten eines Hamburger Vorortes entwickelt wurden. Während AMP, ähnlich wie Facebooks Instant Articles, das schnelle Laden von News-Artikeln sicherstellt, soll das nächste Projekt von Google, dem schnellen Laden einen höheren Nutzerkomfort hinzufügen. Die Progressive Web Apps, kurz PWA sind Googles Angriff auf native Apps (und damit auch auf News-Aggregatoren und Social Networks – wie Facebook), die ganz im Sinne von Mobile First entwickelt wurden. Spannend bleibt, ob und wieviele Publisher und Unternehmen sich dazu entschließen den neuen, nicht vollständig selbst kontrollierten Verbreitungskanal zu nutzen – die Washington Post hat eine solche PWA bereits umgesetzt: wapo.com/pwa

Unser kurzes eindeutiges Fazit der Online Marketing Rockstars 2017

Nach zwei Tagen geballter Online Marketing Rockstars Erfahrung sind wir uns sicher: wir kommen am 22./23. Februar 2018 wieder. Obwohl erneut die Zahl der Besucher gigantisch gestiegen ist, die Einlasskontrollen und das Cashless Payment am Donnerstag eine Katastrophe waren, war die Konferenz insgesamt professionell organisiert. Leider fehlte dafür an einigen Stellen die bekannte Lockerheit und Authentizität, die noch im vergangenen Jahr deutlich zu spüren war. Wir haben uns sehr wohl gefühlt und hilfreichen Input mitgenommen.

Kernaussagen:

  • Go out, stop reading Headlines. Start fucking do stuff to not loose on the biggest opportunities on Social Media! (@garyvee)
  • Authentizität wird mit Engagement belohnt und es braucht mehr Spontaneität in der Werbung (Casey Neistat)
  • Wenn eine Website nicht in drei Sekunden lädt, verliert man bis zu 57% der User (Marcus Tandler, @mediadonis)
  • Ein Schiff ist sicher im Hafen, aber dafür sind Schiffe nicht da (John Sheed in der Keynote von Andrew „Boz“ Bosworth)
  • Influencer Marketing funktioniert. Wenn man die richtigen Influencer hat
  • Testen, testen, testen – das ist wichtig im modernen Content Marketing
  • Muskelkater durch das Öffnen der Wasserflaschen
  • Werdet praktischer: Alle sind am lesen und reden. Aber keiner macht etwas und startet durch!
  • 13 Speaker & 13 Keynotes

Übrigens: nicht das offizielle Recap-Video der OMR17 verpassen! Heiß.

Wie lautet Euer Fazit?

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