Bewegtbild-Projekt Quadral Produktvideo – Marcos Tagebuch
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Das Bewegtbild-Projekt

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„Bewegte Bilder sind eingängig und wirkmächtig. Ihr Erfolgsgeheimnis ist ihre einfache Zugänglichkeit“.

Das schreiben Markus Hündgen und Dr. Dimitrios Argirakos im t3n „Visuelle Revolution“. Und genau hier knüpft mein neuestes Studienprojekt an: Das Bewegtbild-Projekt. Ich möchte euch hier Einblicke geben, wie wir bei der Konzeption eines Quadral Produktvideos von der ersten Idee bis hin zum konkreten Storyboard vorgegangen sind.

Das Briefing

Unsere Aufgabe lautete: Akquiriere einen Kooperationspartner, der Interesse hat, ein Bewegtbild-Projekt zu begleiten und zu unterstützen. Wie so oft war es die Kaltakquise, die uns Studenten mit dem Unternehmen Quadral GmbH & Co. KG zusammenführte. Die Firma Quadral, mit Sitz in Hannover, hat sich darauf spezialisiert, Lautsprecher im High-End Bereich zu fertigen und zu vertreiben. Nach dem ersten Briefing war beiden Parteien klar: dies wird ein Win-Win-Geschäft. Das Unternehmen war gerade dabei seine Lautsprecherserie AURUM in der neunten Generation auf den Markt zu bringen. Dennoch lag zu diesem Zeitpunkt keine Marketingstrategie für die Einführung der Produktreihe vor. Dieser Umstand spielte uns Studenten in die Karten, da wir so frei von jeglichen Vorgaben unsere Bewegtbild-Idee gestalten konnten. Ziel des Films war es, die Markteinführung von AURUM auf visuell-emotionaler Ebene zu unterstützen. Der Clip sollte sowohl auf der Website als auch im Mai 2016 auf dem Quadral-Messestand auf der Münchner Fachmesse HIGH END präsentiert werden.

Die AURUM-Reihe

Die AURUM Reihe findet ihren Ursprung bereits 1981. Damals wurde noch unter dem Namen Phonologue die TITAN vorgestellt, zu jenem Zeitpunkt State of the Art der hiesigen Lautsprecherbranche. Fortan stand Quadral und vor allem die TITAN, ein 150 cm hoher und 115 kg schwerer Lautsprecher, für neue Maßstäbe. In diesem Jahr wird nun die neunte Generation dieser Lautsprecherreihe vorgestellt. Hierbei handelt es sich um eine komplette Neuentwicklung der Reihe. Zentrale Bestandteile bleiben die höchsten Qualitätsansprüche, die sich durch die langjährige Expertise und die eigenen Ansprüche begründen, sowie die Verwendung technisch hochwertiger Komponenten wie z. B. der Bändchenhochtöner.

Die Konzeption

Nachdem wir uns intensiv mit der Historie und der Philosophie des Unternehmens auseinander gesetzt hatten, halfen uns verschiedene Tools das Umfeld von Quadral besser kennen zu lernen. Die Zielgruppe und die Wettbewerber zu kennen, ist unabdingbar, um die Kampagne wirksam und einzigartig gestalten zu können.

Die Ideenfindung

Die grundlegende Frage war: Wie können wir die Wiedergabe des Klanges in eine visuelle Sprache übersetzen? In Anlehnung an die von Quadral angestrebte verfälschungsfreie Wiedergabe von Musik hieß das für uns: „Sehen, was sonst niemand hört“. Doch, wie macht man das Hörbare sichtbar? Zunächst einmal ist es egal, ob es sich um Musik, einen Film oder eine andere Form von Audio handelt. Zugrunde liegt bei den verschiedenen Quellen immer, dass es einen Klang gibt, technisch gesehen eine Ausbreitung von Schallwellen. Daher konzentrierten wir uns auf die Visualisierung des Klanges. Klang kann laut oder leise sein, filigran oder mächtig, auf jeden Fall ist er vielseitig. Er nimmt den ihm gegebenen Raum ein. Diesen dynamischen und einnehmenden Charakter wollten wir sichtbar machen und somit die rein auditiven Erfahrung zu einem sinnesumfassenden Erlebnis erweitern.

Durch die in der Konzeption gesammelten Begriffe und Werte wählten wir ein großes leichtes Tuch als Keyvisual, da es die beiden zuvor genannten Prämissen ideal wiedergibt: Das Tuch “fließt” in Zeitlupe durch den Raum. So wurde der technische Aspekt des Klanges (Schallwellen), als auch der konnotierte Assoziationsraum (sinnlich, erlebbar, zart, transparent, Fließen der Musik, Vollendung, Schwerelosigkeit…) sowie die Dynamik und Eleganz der Musik widergespiegelt.

Das Storyboard – Tanz der Klänge

  • Eine junge Frau befindet sich in einem geschmackvoll eingerichteten Wohnzimmer. Es ist Abend und sie möchte den Tag entspannt mit Musik ausklingen lassen.
  • Die Frau schaltet einen AURUM P8 Verstärker von Quadral ein. Sie streift mir ihren Fingern über ihre Plattensammlung und nimmt sich eine Schallplatte heraus.
  • Sie legt die Platte auf den Plattenspieler auf. Der Prozess gleicht einer Zeremonie. Die Tonnadel fährt knisternd über die Schallplatte. Die Frau setzt sich ihren Sessel und wartet auf den Beginn der Musik.
  • Das Geräusch der Nadel, die über die Unebenenheiten der Platte fährt, liegt wie ein Knistern in der Luft. Die Musik beginnt, das Licht in dem Zimmer dimmt sich wie von Geisterhand runter.
  • Eine zarte Klaviermelodie wird gespielt und die Frau beginnt sich zu entspannen, sie genießt die Atmosphäre.
  • Das Licht ist mittlerweile sehr weit heruntergedimmt, so dass nur noch sie sich in einem Lichtkegel befindet. Sie ist komplett von der Musik eingehüllt und befindet sich in einer transzendenten Parallelwelt, in der nur sie und die Musik existieren.
  • Ein Tuch schwebt in den Lichtkegel. Es umtanzt die Frau zur Musik und berührt sie am Arm, sie blickt auf.
  • Die Melodie des Klaviers wird ausgebaut, die Musik wird komplexer. Mehr und mehr Tücher erscheinen in der Szenerie. Die Frau ist komplett von schwebenden Tüchern umgeben.
  • Die Tücher tanzen zu der Musik, wodurch sich für die Frau eine sinnesergreifende Erfahrung entwickelt. Die Musik und die Tücher scheinen sich  gegenseitig zu inspirieren und entwickeln so immer neue Bewegungen und Melodien.
  • Mit einem fulminanten Finale und einem letzten Schlussakkord verschwinden alle Tücher wieder in der Dunkelheit.
  • Nur ein Tuch fällt langsam und legt sich über die AURUM Lautsprecher.

Das Ergebnis


Fazit

Bis der Sound der Lautsprecher zum tanzenden Tuch wurde, sind wir einige Schritte gegangen. Wie wichtig es dabei ist, sich intensiv und systematisch mit den technischen und emtionalen Eigenschaften des Produkts zu beschäftigen und dabei die Werte und die Historie des Unternehmens im Blick zu behalten, konnten wir im Laufe des Projekts immer deutlicher spüren.

Das Erfolgsgeheimnis von Bewegtbild ist seine einfache Zugänglichkeit – dahinter steckt aber immer eine intensive Konzeptionsphase. Ich hoffe, das Ergebnis gefällt.

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