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Live Sketching auf der MOBX Berlin

  |   Art, Design, Konferenz, Konzeption   |   No comment

Internationale Größen der UX Szene treffen sich in Berlin.

Auf dem Mobile UX Summit im Kino International in Berlin kommen Denker und Macher der Szene zusammen. Schlag auf Schlag folgen halbstündige Beiträge aufeinander und bilden ein intensives Tagesprogramm. Glücklicherweise laufen keine Sessions parallel und so muss man sich nicht entscheiden, was man besuchen möchte oder hat das Gefühl etwas Interessantes zu verpassen. Trotzdem hatte ich Respekt davor in einem gemütlichen Kino zu sitzen und viele anspruchsvolle Vorträge hintereinander ‚wegzuhören‘ ohne dass dabei meine Aufmerksamkeit leidet. Ausserdem kenne ich mich und weiss wie schnell ich anfange über Zündfunken nachzudenken und lieber selber kreativ werden möchte.

Mit Live Sketching parallel zur Keynote zu einer zeitgemäße Interpretation.

Live Sketching in Progress, Sketchbook on table

Live Sketching – Analoges Multitasking

Ich habe diese Gelegenheit genutzt und mich endlich einmal der Kunst des ‚Live Sketching‘ genähert. Die Idee des Live Sketching ist, dass man simultan zu einer Präsentation ein collagenartiges Bild erstellt, das die Quintessenz des Vortrages festhält. Dabei finden sich Stilmittel des Handletterings, des Storyboardings und Prototypings wieder. Am besten ist es, wenn am Ende das Blatt voll aber nicht überfrachtet ist, die Kernidee verständlich wird und das ganze durch die Handschrift des Künstlers und des Vortragenden geprägt wird. Diese Waage im Prozess eines unbekannten Vortrages zu finden ist dabei Reiz und Herausforderung. Da ich schon zu Schulzeiten nebenbei immer alles vollgekritzelt habe, war eine gewisse Grunderfahrung vorhanden 😉

Live Sketching vorbereiten, parallel zuhören und zeichnen, Lücken schliessen.

Für mich war der erste Schritt, mir passende Themen auszusuchen, die versprachen visuell umsetzbar zu sein. Ausserdem wollte ich nicht zu viele Themen bearbeiten und mir genug Pausen gönnen für den Feinschliff und zur Erholung. Deshalb habe ich meine Anreise genutzt um mir den Ablauf und die Speaker anzusehen und eine erste Auswahl zu treffen. Ausserdem habe ich ein bisschen geschummelt und schon mal MOBX als Handlettering vorgeschrieben und dabei eine erste Stiftauswahl getroffen.

Joe Mac Leod - Live Sketch

Ends. Why we need to design them

Während der Vorträge habe ich sehr schnell und grob gezeichnet und versucht kommende Aussagen vorauszuahnen oder zumindest entsprechenden Raum auf dem Blatt zu lassen. Parallel habe ich relevante Charts fotografiert um Zitate korrekt wiederzugeben.

Dabei zeigt sich schnell die Qualität eines guten Vortrages: Präzise Aussage, stringente Argumentation ohne logische Sprünge und ein guter Spannungsbogen. Auch ein paar passende Witze oder Anekdoten sind für die visuelle Aufbereitung ein echter Gewinn! Ich glaube, dass die ideale Beitragslänge bei 30 Minuten liegt.

Die Zigarettenpause habe ich dann genutzt um letzte Lücken zu schliessen und ein paar Schattierungen anzulegen. Eine Kernaussage ist mir im genauen Wortlaut entgangen und ich hatte den Bereich nur mit Bleistift anskizziert um mir später vom Speaker nochmal den genauen Wortlaut zu holen, was sich als super Gesprächseröffnung herausstellte.

Mit Live Sketching besser zuhören, auf sich aufmerksam machen und in Erinnerung bleiben.

Val Head: Motion in Design Systems Live Sketch

Motion In Design Systems: Animation, Style Guides, and the Design Process

Der Besuch eines Vortrages, einer Fortbildung oder einer Veranstaltung dient ja nicht nur der Erweiterung des eigenen Horizontes, sondern auch dem Austausch und der Vernetzung mit interessanten Personen. Schlimmstenfalls endet das ganze aber in einer Art Singlebörse und es bilden sich Trauben um die schillernden Persönlichkeiten, während sich die grauen Mäuse in irgendwelchen Ecken am Smartphone und / oder dem Freibier festhalten.

Gut für jeden, der schon Kontakte hat. Oder jemanden kennt, der ihm den Einstieg ermöglicht.

Wer auf sich allein gestellt ist, lässt sich am besten kurzerhand einen Sascha Lobo-Iro wachsen oder macht anderweitig auf sich aufmerksam. So hatte ich die Idee, über meine Zeichnung mit den Speakern in Kontakt zu kommen. Wenn man dann noch Besucher bittet ein gemeinsames Foto von einem zu machen hat man sehr schnell Kontaktmultiplikatoren gefunden.

Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte und verbreitet sich deutlich besser in den Sozialen Medien.

Das Live Sketching hat mir nicht nur mehr Spass gemacht und auf dem Event besser funktioniert als eine anderweitige Dokumentation, sie lässt sich auch wunderbar weiter verbreiten. Nicht nur, dass Bilder schneller erfasst werden und im Nachrichtenstrom positiv auffallen, sie lassen sich auch einfacher teilen und werden von den Algorithmen der Anbieter bevorzugt – aber das ist eine andere Geschichte

 

 

We are all in denial of endings – komplett

Motion In Design Systems: Animation, Style Guides, and the Design Process

ROTOR by reactable: DJ zum Anfassen auf der MOBX Berlin

Weiterführende Links:

 


 

 

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